Azubi Nkosikhona Mahlangu

Nkosi painting a drafts board
Nkosi bemalt ein Schachbrett

Nkosikhona Mahlangu kommt wie Godknows Moyo und Legal Maseko aus dem Lupane Distrikt.

Nkosi ist ein Einzelkind und wohnt bei seiner Stiefmutter. Sie betreiben eine Landwirtschaft mit Hühnern, Ziegen und ein paar Kühen. Angebaut werden hauptsächlich Mais, Wassermelonen, „amajodo“ gelbe Melonen, und Weizen.

Allerdings hat Nkosi immer schon gerne mit Holz gearbeitet – im Lupane Distrikt gibt es ausgedehnte Teakwälder. Mit einfachsten Werkzeugen (einer Säge und einer „isancele“ auf Deutsch „Dechsel“ – siehe Bild) stellte er Sitzbänke her. Das erfordert viel Geduld und ein gutes Augenmaß, was ihm in der Ausbildung jetzt schon zu Gute kommt.

Nkosi ist 22 Jahre alt und hat die Sekundärschule bis zur „Form 2“ (9 Klasse besucht) Für den O‘Level Abschluss in „Form 4“ hat das Geld nicht gereicht, aber er will den Abschluss auf jeden Fall nachholen, wenn er als Schreiner sein eigenes Geld verdient. Nkosi will seine Werkstatt in Lupane eröffnen, denn dort brauchen die Leute Betten, Tische und Schraenke.

Auf die Frage wie er sich in Ekuthuleni eingewöhnt hat, meinte er, es sei schon eine Umstellung auf einmal so viele „Brüder“ zu haben, aber er tauscht sich gerne mit den anderen Lehrlingen aus. Er findet den Theorieunterricht sowie die praktischen Unterrichtseinheiten in der Werkstatt sehr interessant. Mit dem Solarkocher hat er schon experimentiert, aber so richtig weich sind seine Bohnen nicht geworden. Das nächste mal will er sonniges Wetter abwarten, die Bohnen vorab einweichen, dann gibt es Bohnen zum Abendessen.

 


Azubi No.1 – Godknows Moyo

Godknows Moyo

Godknows Moyo (Moyo heißt übersetzt: Herz) ist 19 Jahre alt und hat schon in sehr jungen Jahren beide Eltern verloren. Er kommt aus dem Lupane Distrikt ca 200 km nordwestlich von Bulawayo entfernt. (Siehe Karte)

Er, sein 1 Jahr älterer Bruder, Fortunate und seine 1 Jahr jüngere Schwester, Talent, wurden von der Großmutter aufgezogen. Alle Kinder konnten nur die Grundschule besuchen, weil die Großmutter, die eine kleine Landwirtschaft zur Eigenversorgung betreibt, das Schulgeld für die weiterführende Sekundarschule nicht aufbringen konnte.

In den 6 Jahren seit Godknows die Schule verlassen hat, half er meistens bei einem Onkel im Garten, außerdem stellte er Ziegelsteine von Hand her. Dazu wird eine bestimmte Lehmsorte die meistens an Flussufern vorkommt, mit Sand und Wasser vermischt. Diese Mischung wird dann in eine Form gepresst und die Ziegel in der Sonne getrocknet. Wenn genügend Ziegel vorhanden sind (ca. 800 bis 1000), werden sie rund um eine Vertiefung im Boden aufgeschichtet. Von außen wird der “Ziegelbau” mit Lehm verschmiert und die Ziegel durch ein Feuer in der Vertiefung über mehrere Tage gebrannt. Das Feuer muss ständig überwacht werden und deshalb schläft der Hersteller direkt “auf der Baustelle”.

Godknows hat sich in Ekuthuleni schnell eingefunden und kommt gut mit den anderen Lehrlingen aus. Sein gesprochenes und geschriebenes English ist sehr schlecht, aber er versteht fast alles. Er geht gerne in die Kirche und sein Hobby ist Fußball.

Die Frage was denn die Eindrücke nach den ersten 3 Wochen seiner Lehrzeit bei Ekuthuleni seien, beantwortet er folgendermaßen: Er kennt schon alle Werkzeuge in der Werkzeugkiste: das sind ganz schön viele! Außerdem kann er jetzt Reis in einer Kochkiste kochen, dass das funktioniert, hätte er sich vorher nie vorstellen können.

 

 



Die neuen Auszubildenden sind eingetroffen…

7.over, under and through will do

Die ersten 7 Lehrlinge des neuen Kurses sind am letzen Sonntag (7.März) eingetroffen. Die anderen sind noch „unterwegs“. Einer kommt von sehr weit aus der Gokwe Region und es besteht kein Telefonsignal, wir mussten eine Nachricht per „Kurier“ schicken.

Godknows, Legal, Nkosi, Prince, Berlin, Leader und Nyasha sind eine gute Truppe und haben sich schnell eingefunden. Zu Beginn stehen vor allem Teambuilding Aktivitäten auf dem Programm.

In der Werkstatt wurden die Werkzeugkisten eingeräumt, neue Beschläge und Vorhängeschlösser montiert und neue Werkbankplatten aufgeschraubt. Im „Theorieunterricht“ haben wir Sicherheitsvorkehrungen besprochen und eine Ideensammlung zum Thema: „How do we learn“ gemacht. Zu Beginn waren die Lehrlinge nicht ganz sicher wie so ein „brainstorming“ funktioniert, aber dann kamen doch viele interessante Punkte zusammen. (Lernen vom Lehrer, beim zusehen, selber ausprobieren, Neues versuchen, Recherchieren, Üben, Probleme durchdenken, besprechen, andere Fragen, Ratschläge einholen usw.)

Wir haben dann auch gleich verschiedene Punkte „life“ getestet, bzw. in die Praxis umgesetzt. Gestern haben wir Reis in der „Hot Box“ gekocht und Mishack hat mit 2  Jungs einen Super leckeren Gemüseeintopf gekocht. Am ersten Tag haben wir die Jungs gefragt was Ihr Lieblingsessen ist. Die meisten sagten Sadza und Fleisch. Nach dem gestrigen Mittagessen und der Frage wie es geschmeckt hat, haben alle geklatscht! Nachmittags waren Lehrlinge in der P.U. wo Lovemore die Federn von 4 alten Bettgestellen neu spannte. Ich hatte vorgeschlagen, dass die Lehrlinge mal eine Weile zuschauen und Fragen stellen, als ich nach 20 Minuten wiederkam, hatte Lovemore schon die ganze Truppe am werken und er selber schaute zu!

Die neu renovierte Werkstatt ist, hell, alles hat seinen Platz und man kann sicher und sauber arbeiten. Die harte Vorbereitungs- und Renovierungs- Arbeit hat sich gelohnt. Im April wenn Johannes kommt, wird als Projekt das Dach abgedeckt und der oberste von Termiten zerfressene Balken des Dachstuhls erneuert. Gleichzeitig werden die neuen Werkstatt Tore auf der linken Seite eingebaut.

Soweit hat also alles gut begonnen, Ausbilder und Lehrlinge sind motiviert und wir freuen uns auf das gemeinsame Lernen und Arbeiten in den nächsten Monaten.

Helga Landsmann


7. März 2016 – Start des neuen Lehrjahres

An diesem Wochenende sind die neuen Lehrlinge auf Gumtree eingetroffen. Für 10 junge Männer startet damit ein aufregender und interessanter neuer Lebensabschnitt.

Die 3 Ausbilder Mishack, Helga und John warten mit einer neu renovierten Werkstatt und einem voll gepackten Lehrplan auf die neuen Schreiner.

Helga hat uns ein „Willkommens-Foto“ versprochen – und dann werden wir in den nächsten Monaten die jungen Schreiner einzeln vorstellen.

Herzlich Willkommen bei Ekuthuleni – und alles gute für die Ausbildung!