3 Wochen Arbeitseinsatz in Simbabwe – 3

von Johannes Blank – das Richtfest in Gumtree – Teil 3

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Zurück in Bulawayo wollte ich mich von allen verabschieden und mich bei den Schreinerlehrlingen für die gute Mitarbeit bedanken.
Wir luden alle Lehrlinge, Mishack, John und Sikholiwe zu Helga nach Hause ein. Wir hatten Pizzateig vorbereitet. Für die jungen Afrikaner war Teig ausrollen und belegen eine ganz neue Erfahrung. Nachdem wir ca. 10 Bleche Pizza im Feuerofen in Helgas Garten gebacken und gegessen hatten, war die ganze Mannschaft satt. Die Zeit war so schön und kurzweilig, dass mein geplantes „Kommando Bimberle“-Spiel unter den Tisch gefallen ist.
In Deutschland gehört zu jedem handwerklich errichteten Dach ein Richtfest. Diese Tradition sollte bei unserem Dach auch nicht fehlen. Deswegen versammelten wir uns an meinem Abreisetag alle vor dem Werkstattdach. Helga kletterte auf die Leiter, dankte allen für die gelungene Arbeit und verlas den Richtspruch:
… proud and happy is everyone today
they who strenously constructed this site
brave craftsmen they are
who trust in their work with delight
Der Richtspruch war von Ingeborg Landsmann extra für unser Fest ins englische übersetzt worden:
…Stolz und froh ist jeder heute,
der tüchtig mit am Werk gebaut.
Es waren wackere Handwerksleute,
die fest auf ihre Kunst vertraut.
Damit waren meine 3 Urlaubswochen leider schon wieder vorbei. Wir verabschiedeten uns herzlich und ich wurde von Mishack und zwei Schreinerlehrlingen zum Flughafen gebracht.
Für mich waren die 3 Wochen eine schöne, abenteuerliche und lehrreiche Zeit. Ich genieße das einfache Leben in Afrika und kann unseren Wohlstand in Deutschland wieder besser schätzen und war bestimmt nicht das letzte Mal in Simbabwe zu Besuch.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die dieses Projekt mit ihrer großzügigen Spende unterstützt haben. Es kamen mehr Spenden zusammen als wir für das Dach benötigt haben. Aber in Ekuthuleni gibt es genügend andere notwendige und sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten.

Johannes Blank – 3 Wochen Simbabwe 

 


3 Wochen Arbeitseinsatz und Begegnungsreise Simbabwe – 2

von Johannes Blank — die Begegnungen in Simbabwe (Teil 2)

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Da ich meinen Aufenthalt nicht nur mit Arbeit verbringen wollte, fragte ich 2 der Schreinerlehrlinge, ob ich sie bei sich zu Hause auf dem Land besuchen darf. Legal und Nkosi waren schnell einverstanden und so machten wir uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln – alte Busse, die in Deutschland seit 30 Jahren nicht mehr durch den TÜV gekommen wären – auf den Weg. Wir fuhren stundenlang auf einer Sandpiste über Stock und Stein und durchs Gebüsch, bis wir mitten im Nirgendwo ein kleines Dörfchen erreichten.
Zuerst besuchten wir Legal, dann Nkosi. Leider sind die Väter der beiden verstorben. Aber ich habe Legals Mutter und Nkosis Stiefmutter kennengelernt. Für mich war es schön, mal wieder das einfachste Landleben zu erleben. Die Lehm- und Strohhütten, Wasser aus dem Brunnen, frisch geschlachtete und auf dem Feuer gebratene Hühner und die sehr gastfreundlichen Menschen sind ein Grund für mich immer wieder raus aufs Land zu reisen.
Beeindruckend und sehr traurig zugleich ist für mich, dass unser gewohntes, deutsches Sozialsystem in Simbabwe für viele Menschen nicht vorhanden ist, so dass die Lebenserwartung über 20 Jahre niedriger ist als in Deutschland. Trotzdem bewundere ich die Gelassenheit und Dankbarkeit der Menschen dort.


… und dann noch Teil 3  – das Richtfest 


3 Wochen Arbeitseinsatz und Begegnungen in Simbabwe – 1

von Johannes Blank
– Teil 1 – Der Arbeitseinsatz beginnt….
Die Werkstatt in Gumtree braucht dringend einen neuen First – und das Dach muss stabilisiert werden – Johannes will das im Urlaub anpacken !

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Wegen eines technischen Defektes am Flugzeug kam ich nach 2 Hotelübernachtungen 24 Stunden später als geplant in Bulawayo am Flughafen an und wurde von Mishack herzlich empfangen. Noch mal 24 Stunden später bekam ich auch mein Gepäck wieder, das durch die Flughafengeschichte eine Ehrenrunde im Flughafen von Johannesburg gedreht hat.
Nach 2 Akklimatisierungsnächten in Helgas Stadtwohnung ging es mit Materialeinkauf los. Kanthölzer, Gewindestangen, Muttern, Dachplatten… Mein letzter Besuch in den simbabwischen Baugeschäften liegt 5 Jahre zurück. Ich war erstaunt, über den Fortschritt und dass es dort inzwischen alles zu kaufen gibt, wie in Deutschlands Bau- und Handwerkerbedarf auch.
Draußen in Gumtree – Ekuthuleni freute ich mich, John, Pfarrer Lyton mit Familie, die Nachbarn, die Werkstatt, die Kirche und „mein“ altes Zimmer wiederzusehen. Und natürlich 9 frische, junge Schreinerlehrlinge kennen zu lernen zu dürfen. Die jungen Männer waren offen und nett und ich war schnell wieder im alten „Instructor Leben“ drin.
Das Werkstattdach hing durch. Der Firstbalken war morsch. Die Dachplatten hatten Risse. Für die Lehrlinge und auch für mich ging es nach dem Prinzip „learning by doing“ voran. John und ich beauftragten die Lehrlinge sich Gedanken zu machen, wie man das Dach am besten reparieren kann. Es kamen auch gleich die richtigen Ideen, wie Elektrokabel vom Dachbalken wegmachen, Dachplatten runterheben, den Firstbalken austauschen…
Für mich selbst war diese Art von Dacharbeiten neu. Deswegen hangelte ich mich zusammen mit allen anderen durch den Arbeitsprozess. Wir hoben die großen Asbestplatten vom Dach, stützten das Dachgebälk von unten ab, sägten den morschen Firstbalken in Stücke und stellten einen neuen, stabileren her. Dazu verschraubten wir 2 von den handelsüblichen 5 cm dicken „pine„-Brettern zu einem stabilen Firstbalken.
Mit vereinten Kräften hoben wir den Balken hoch und verschraubten und vernagelten alles stabil. Die Dachplatten kamen oben drauf, der Balken wurde in die Mauer einbetoniert und mit zwei Stahlrohren von unten gestützt… Zwischendrin wurde oftmals mit allen über die Vorgehensweise diskutiert – aber auch zur Entspannung Spiele gespielt und gelacht. Die ganze Lehrlingstruppe ist eine folgsame und arbeitswillige Gruppe. In knapp 2 Wochen Bauzeit haben wir viel gelernt und die angehenden Schreiner können bei Helga, Mishack und John und Pfarrer Lyton noch viel Gutes lernen und erleben.


…. Fortsetzung folgt

 


Hauptversammlung 2016 – Vorankündigung

Liebe Mitglieder und Freunde von Ekuthuleni Projekte e.V.,

wir möchten Ihnen heute bekannt geben, dass die diesjährige Hauptversammlung für den 15. Oktober 2016 geplant ist.
Die Sitzung wird um 14.30 h beginnen. Die Einladung mit der Tagesordnung geben wir Ihnen rechtzeitig hier auf der homepage, per email und Post bekannt.

Die Hauptversammlung wird voraussichtlich wieder im Vereinsheim des OGV Nürtingen, Äußere Lohe, 72622 Nürtingen stattfinden. Der OGV wird uns seinen Raum wie in den vergangenen Jahren zur Verfügung stellen. Wir bedanken uns hierfür bereits heute ganz herzlich beim Vorstand des OGV.

mit freundlichen Grüßen
der Vorstand von Ekuthuleni Projekte e.V
Monika Unseld-Eisele   &   Petra Speidel


Azubi Legal Maseko

Legal with the schoolbell

Legal Maseko ist mit 23 unser ältester Lehrling. Er kommt wie Godknows und Nkosi aus dem Lupane Distrikt. Seit er nach der 9ten Klasse die Schule wegen Geldmangels verlassen musste, hat er meistens Kühe gehütet oder Gold geschürft – dazu können wir an dieser Stelle aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr erzählen.

Seine Eltern betreiben mit der jüngeren Schwester eine kleine Landwirtschaft zur Selbstversorgung, sein Bruder ist vor 2 Jahren gestorben. Trotz allem ist Legal ein aufgeschlossener und selbstbewusster junger Mann und hat sich als „älterer Bruder“ gut in die Gruppe, der etwas jüngeren Mitschüler, eingepasst.

Vor kurzem saßen wir alle zusammen beim Mittagessen. In einer Gesprächspause sagte er plötzlich: „Ich finde es echt toll, dass wir hier in Ekuthuleni alle zusammen an einem Tisch essen. Ich will für zu Hause auch so einen großen Tisch bauen, damit alle zusammensitzen können. Und eine Schulglocke kaufe ich auch, damit ich allen Bescheid geben kann wenn das Essen fertig ist „

Legal spielt gerne Fußball, und ist überhaupt ein sportlicher Typ. Er ist an allem Neuen sehr interessiert und versteht auch schnell worum es geht. Bei den meisten Aktivitäten will er der erste sein und gewinnen. Als ich allerdings nach einem Freiwilligen für ein Spiel, das etwas Mut erfordert gefragt habe, war er nicht der erste der sich meldete. Da wollte er erst mal schauen was passiert, hat sich dann aber doch mutig rücklings in die verschränkten Arme seiner Mitschüler fallen lassen. Man muss lernen sich gegenseitig vertrauen zu können, da ist Vorsicht auf jeden Fall kein Fehler.