Afrika Pressemitteilung

aus der Esslinger Zeitung vom 20. November 2013

Holzmechanikerin bietet jungen Afrikanern Starthilfe
Wendlingen: Helga Landsmann betreut in Simbabwe ein Projekt – Am 21. November stellt sie ihre Arbeit im Treffpunkt Stadtmitte vor

Von Elisabeth Maier

Mit einem afrikanischen Abend am Donnerstag, 21. November, unterstützen die Theatergruppe Kulissaschiaberund der Bürgertreff MiT im Wendlinger Treffpunkt Stadtmitte das Hilfsprojekt Ekuthuleni in Simbabwe.Seit 20 Jahren arbeitet die ehemalige Nürtingerin Helga Landsmann für das Projekt in der Nähe von Bulawayo. Junge Männer werden dort zu Schreinern ausgebildet. Die meisten von ihnen müssen ihre Familien ernähren, weil die Väter nicht mehr leben. Sie hätten sonst keine Zukunftsperspektive.

„Es geht uns darum, die jungen Männer gut und fundiert auszubilden“, sagt die gelernte Holzmechanikerin.Sie lernte Simbabwe Ende der 80er- Jahre bei Reisen kennen und lieben. Seit 1991 lebt sie in dem Land, das bis heute unter der Diktatur des Robert Mugabe leidet. Unter dem Dach einer lokalen christlichen Kirche baute sie ihr Projekt auf. „Es gibt viel Armut“, erzählt Helga Landsmann, die zurzeit ihre Familie in Nürtingenbesucht. Seit Jahrzehnten leidet das Land schwer unter der Diktatur Robert Mugabes. Beim afrikanischen Abend im Treffpunkt wird die Entwicklungshelferin einen Vortrag über ihre Arbeit in dem Hilfsprojekthalten und Bilder von dem Ausbildungszentrum für Schreiner zeigen.

 

Ihr Wissen im Schreinerhandwerk gibt die Nürtingerin Helga Landsmann im Hilfsprojekt Ekuthuleni an junge Männer weiter. Sie möchte die Auszubildenden fit machen, sich eine eigene Existenz aufzubauen und so für ihre Familien zu sorgen.

Snacks mit afrikanischem Einschlag

Außerdem tritt der Chor Quintessenz der Jugendchöre St. Kolumban auf, der mit seiner Leiterin Christa Strambach internationale Folklore und Gospels einstudiert. Die Trommlerin Heike Schulz tritt auf, und das Team des MiT will „internationale Snacks, auch mit afrikanischem Einschlag“,servieren, verrät die Leiterin Heike Hauss. Seit vielen Jahren rührt Helga Landsmann Nürtingen und Wendlingen die Werbetrommel, um Spenden für ihr Projekt zu sammeln. „Mit den Geldern haben wir wertvolle Aufbauarbeit geleistet.“

Das Mundarttheater Kulissaschiaber, das vor 25 Jahren aus der Kolpingsfamilie entstanden ist, spendet einen Teil des Erlöses seiner Aufführungen schon seit Jahren dem Entwicklungshilfeprojekt.„Weil wir guten Kontakt zu Helga Landsmann haben, sind wir informiert, was mit unseren Geldern passiert“, sagt Michael Merkl, einer der Freizeitmimen. Da könne man sicher gehen, dass das Geld die Menschen erreicht, die es brauchen. Gaby Ludwig, die mit ihm Theater spielt, pflichtet dem bei. „Wir haben den Benefizabend angestoßen, weil wir unseren Zuschauern mal zeigen wollen, was mit ihren Eintrittsgeldern passiert.“ Zwar kostet der Abend keinen Eintritt, „aber wir freuen uns über Spenden für das Hilfsprojekt“. Auf der übersichtlich gestalteten Homepage des Hilfsprojekts Ekuthuleni (frei übersetzt: friedlicher Ort) stellt sich der aktuelle Jahrgang der Auszubildenden vor. Wie der 21-jährige Lucky Moyo aus Silobela haben einige ihren Vater früh verloren und müssen nun für ihre Familien sorgen. „Die Schreinerausbildung ermöglicht es ihnen, sich eine eigene Existenz aufzubauen“, sagt Landsmann.

Ganz wichtig ist es ihr, den angehenden Handwerkern beizubringen, wie man einen Betrieb wirtschaftlich führt. Deshalb werde „viel im Klassenzimmer gebüffelt“. Das Angebot macht den jungen Leuten Mut. Auch Luckys ganz großes Lebensziel ist „ein eigener kleiner Schreinerbetrieb“. Dafür drückt er gerne die Schulbank.Nach zwei Jahren schließen die jungen Männer ihre Ausbildung ab und gehen zurück in ihre Dörfer. Bei der Nürtingerin und ihren Mitstreitern lernen sie nicht nur ihr Handwerk.

Das Team schult sie auch in ökologischem Landbau, Hühnerzucht, Kochen mit Solarenergie und vielem mehr. Neu kam 2005 auch eine Schlosserwerkstatt hinzu. Das jüngste Angebot ist eine mobile Berufsberatung mit Werkstatt, die jungen Menschen an den weiterführenden
Schulen Perspektiven aufzeigen soll.


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